Im Stadtrat Memmingen wurde vorgeschlagen, eine Kommission einzusetzen, die alte Straßenbenennungen und Ehrenbürgerwürden wissenschaftlich aufarbeiten soll.
Nach welchen Kriterien will die Kommission arbeiten? Personen mit Beziehungen zum Nationalsozialismus, Kolonialismus oder Antisemitismus stehen besonders im Fokus. Auch soll nicht unbedeutend sein, wenn der Name heute zu Irritationen oder gesellschaftlicher Spaltung führt.
Straßenumbenennung oder erklärende Zusatztafeln können dann die Folgen sein.
Wenn jedoch Personen wie Bismarck, Hindenburg oder Wallenstein ins Visier geraten und nur nach heutigen Maßstäben beurteilt werden, entgleitet das Ganze.
Wie steht die im Memminger Stadtrat vertretene AfD dazu?
Stadträtin Genovefa Kühn, AfD, hält dies für ein riskantes und teures Vorhaben.
Warum?
„Eine solche Aufarbeitung ist aufwändig, kostet viel Geld und bringt den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt keinen erkennbaren Nutzen. Dazu kommen mögliche Konflikte, wenn Historiker und Kommission uneins sind oder Persönlichkeiten schwer einzuordnen sind.
Außerdem entstehen hohe Folgekosten: neue Ausweise, neue Briefköpfe, neue Straßenschilder, mögliche Entschädigungsforderungen von Firmen – und am Ende verschwindet ein vertrauter Straßenname, ohne dass damit mehr Erinnerungskultur entsteht.
Stattdessen wäre es sinnvoller, bei umstrittenen Straßennamen erklärende Hinweistafeln zur historischen Einordnung anzubringen. Das bewahrt Erinnerung, statt sie zu löschen.“
Stadträtin Genovefa Kühn, AfD, lehnte deshalb den Antrag zur Einsetzung einer Kommission ab.
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