Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, äußerte bei der CSU-Klausur im Kloster Seeon die Sorge, dass eine Regierungsbeteiligung der AfD viele jüdische Bürgerinnen und Bürger zur Auswanderung bewegen könnte. Die regionale Presse griff diese Aussage am 8. Januar ausführlich auf.

In der öffentlichen Diskussion wird der AfD immer wieder Antisemitismus vorgeworfen. Aus meiner nun fast 13‑jährigen Mitgliedschaft kann ich sagen, dass ich persönlich innerhalb der Partei noch nie antisemitischen Äußerungen erlebt habe. Auch das Grundsatzprogramm enthält keinerlei entsprechende Positionen.

Der Historiker Michael Wolffsohn (Deutscher mit jüdischen Wurzeln), den ich sehr schätze, hat nach meiner Erinnerung bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass in Frankreich viele jüdische Wähler die Partei von Marine Le Pen unterstützen. Er bemerkte zudem, dass er nicht wissen wolle, wie viele jüdische Menschen in Deutschland die AfD wählen.

Die Gründe dafür kann sich jeder denken.

Auch sei darauf hingewiesen: Innerhalb der AfD gibt es die Unterorganisation „Juden in der AfD“. (Siehe Bild!)

Nach den mir vorliegenden Informationen wird in Memmingen beim jährlichen Gedenken an die Novemberpogrome von 1938 die AfD regelmäßig so hingestellt, als würde mit ihr diese schreckliche Zeit wieder kommen.

Vom importierten Antisemitismus wird nicht mit einem Wort gesprochen.

Abschließend sei eine Frage erlaubt:

Warum fühlen sich viele jüdische Menschen in Berlin und anderen Großstädten nicht mehr sicher genug, um öffentlich eine Kippa zu tragen?

Bestimmt nicht wegen der AfD!

Ein israelischer Botschafter in Deutschland hat einmal gesagt: „Diejenigen, die gegen die AfD demonstrieren, aber schweigen, wenn andere zum Mord an Juden aufrufen, sollten sich schämen!“